Unsere Buchempfehlungen

Cover: Lawrence Osborne, Denen man vergibt

Lawrence Osborne, Denen man vergibt

Roman - aus dem Englischen von Reiner Pfleiderer
Preis: 22,00 €
ISBN: 978-3-8031-3286-4

Durch die Wüste

Nein, nicht wie weiland Karl May auf dem Kamel, sondern im altersschwachen Toyota wird David zur Beerdigung in ein maghrebinisches Dorf gefahren. Der Vater verlangt nach der Tradition der Beduinen seine Anwesenheit beim Begräbnis seines Sohnes. Wie ist es dazu gekommen?

Zwei neureiche Engländer, nach erfolgreichen Start-Ups  mit übervollen Konten, haben im marokkanischen Hinterland eine alte Karawanserei als Wohnanlage aufgemöbelt. Für ein verlängertes Wochenende laden Richard und Dally Freunde zur Party, die alles bietet, um mal richtig die Sau rauszulassen: Großes Fressen, Alkohol, Drogen, Picknick am Wasserfall, Feuerwerk am Abend. Das britische Ehepaar David und Jo, eh schon heillos zerstritten, überfährt in stockdunkler Nacht einen Fossilienhändler. Kurzentschlossen packen sie die Leiche in den Kofferraum. Da aber nichts unentdeckt bleibt, steht am nächsten Tag die Familie des Toten vor dem Anwesen  und verlangt die Leiche und die Anwesenheit Davids beim Totenritual. Während Jo sich auf der in immer ekelhaftere Dekadenz ausufernde Party vergnügt, begleitet der Leser David durch die Wüste.

Richard hatte ihn zunächst von der Unbedenklichkeit der Unternehmung überzeugen können, aber spätestens als der versprochene Handyempfang zusammenbricht, schwant David, dass die Sache heikel bis tödlich werden kann. Während der Fahrt durch die trostlos heißen Kalksteinberge erfährt man vom Leben des Toten. Als Kind hat er als Steinhauer von Ammoniten, versteinerten Fischen und allerlei urzeitlichem Getier, das aus einer Welt vor der heutigen stammen muss, wofür die Europäer aus unerfindlichen Gründen gutes Geld zahlen, sein Leben im Kreise der anderen Steinhauer gefristet. Sein Versuch, nach abenteuerlicher Flucht in Europa Fuß zu fassen, endet in einer Katastrophe: also weiter frustiger Fossilienhandel.
 
Nach Jonas Lüschers „Frühling der Barbaren“ ein weiterer Text, der obszönen westlichen Reichtum mit Traditionen nordafrikanischer Lebenswelten in Armut und Frustration aufeinander prallen lässt. Wir können weder die Erkenntnis noch die Menschen verleugnen.

HL

Cover: Juliana Kálnay, Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens

Juliana Kálnay, Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens

Roman
Preis: 17,99 €
ISBN: 978-3-8031-3284-0

Haus Nr. 29 und die Buchpreisbindung

Schwierig, ein Buch zu beschreiben, dass mich auf der einen Seite fasziniert, auf der anderen verstört, fast ratlos zurücklässt. Wenn Juliana Kálnay uns durch Haus Nr. 29 führt, bleibt vieles im Ungewissen. Ich habe mir beim zweiten Lesen einen Plan gezeichnet, wer wo wohnt – viel geholfen hat das nicht, die verwobenen Beziehungen zu erhellen. Einige Tupfer. Brillant die Episode über die Gramo-Brüder, die eigentlich keine sind. Die eineinhalb Seiten lassen dem Leser viel Raum für Fantasie. Oder Tom, der so unscheinbar ist, dass die Hausgemeinschaft einige Zeit braucht, festzustellen, dass er im Aufzug wohnt. Wenn Linas Mann sich auf ihrem Balkon zu einem Schatten spendenden Baum auswächst, von dessen Früchten sie fürs ganze Haus Marmelade kocht, Ronda von einer fast apokalyptischen Flut an Goldfischen aus ihrem Aquarium überrollt wird, oder die chronisch Schlaflosen durchs Haus geistern und immer ungefragt zur Stelle sind, kann man sich noch eine allegorische Sinndeutung über Einsamkeiten, Nicht-Beziehungen, manchmal auch freundschaftliche Nachbarschaft in der Hausgemeinschaft herleiten. Was aber ist mit Oskar und Kasi? Mit den Morans, den Cols, deren Kind Eli Steine zu fressen scheint? Und vielen hier nicht erwähnten Bewohnern? Und letztlich: warum geht Haus Nr. 29 am Ende unter wie weiland Manderley oder Usher?

Kurz gesagt: Sie lassen sich mit der Lektüre auf ein experimentelles Leseabenteuer ein! Und das, Autorin und Verlag mögen mir diesen “säkularen“  Aspekt verzeihen, verdanken Sie der deutschen Besonderheit der Buchpreisbindung. Unter rein ökonomischen Gesichtspunkten, dass jedes Buch seinen Deckungsbeitrag erwirtschaften müsste, hätte dieses wohl kaum den Ladentisch erreicht. Muss alles zwischen zwei Deckel? Gegenfrage: wollen Sie immer dieselbe potenzierte Splaterei von Psychopathenkrimis oder die ewig gleichen (ich weiß, ich pauschaliere) Familiensagas?  Ganz eindeutig: das soll unbedingt zwischen zwei Buchdeckel. Deshalb ein großes Lob an das Lektorat des Wagenbach Verlages. Und Dank an die Autorin für einen Episodenroman, den man durchaus zweimal und in einem Jahr ein drittes Mal in die Hand nehmen sollte.

HL

Cover: Margaret Atwood, Hexensaat

Margaret Atwood, Hexensaat

Roman - aus dem Englischen von Brigitte Heinrich
Preis: 19,99 €
ISBN: 978-3-8135-0675-4

Alles ist Illusion – Margaret Atwoods Verneigung vor dem großen Bühnenmagier William Shakespeare

Felix ist ein begnadeter Theatermacher und in der Szene ein Star. Seine Inszenierungen sind herausfordernd, aufregend, legendär. Nun will er Shakespeares „Der Sturm“ auf die Bühne bringen. Das soll ihn noch berühmter machen – und ihm helfen, eine private Tragödie zu vergessen. Doch nach einer eiskalten Intrige seiner engsten Mitarbeiter zieht sich Felix zurück, verliert sich in Erinnerungen und sinnt auf Rache. Die Gelegenheit kommt zwölf Jahre später, als ein Zufall die Verräter in seine Nähe bringt.

In ihrem brillanten Roman schafft die große kanadische Autorin Margaret Atwood mit der Figur des Theaterdirektors Felix ein würdiges Pendant zu Shakespeares Prospero aus „Der Sturm“, jenes Zauberers, der als ein Selbstporträt des alternden Barden aus Stratford-on-Avon gilt.

Cover: Gil Ribeiro, Lost in Fuseta

Gil Ribeiro, Lost in Fuseta

Kriminalroman
Preis: 14,99 €
ISBN: 978-3-462-04887-2

Ein hinreißendes deutsch-portugiesisches Ermittler-Trio betritt die Krimilandschaft. Bem-Vindo!

Das Septemberlicht an der Algarve ist von betörender Weichheit. Am Flughafen von Faro nehmen Sub-Inspektorin Rosado und ihr Kollege Esteves einen schlaksigen Kerl in schwarzem Anzug in Empfang: Leander Lost, Kriminalkommissar aus Hamburg, für ein Jahr in Diensten der Polícia Judiciária. Eine Teambildung der besonderen Art beginnt.

»Lasst uns die Besten austauschen« – so stand es in der Broschüre von Europol. Doch schon bald gibt der merkwürdig gekleidete Lost seinen portugiesischen Kollegen aus dem Küstenstädtchen Fuseta Rätsel auf: Warum spricht er schon nach drei Wochen Sprachkurs fließend Portugiesisch – und versteht dennoch keinen ihrer Witze? Warum starrt er die Menschen so komisch an – und ist dennoch von so rührend-altmodischer Höflichkeit?

Auf der schwierigen Suche nach dem Mörder eines Privatdetektivs, der mit seinem Boot auf einer vorgelagerten Atlantikinsel gestrandet ist, kommt das Trio nicht nur langsam den schmutzigen Geschäften eines Unternehmens auf die Spur, das die Wasserversorgung an der Algarve übernommen hat. Die vermeintlichen Defizite und Inselbegabungen des deutschen Kommissars entpuppen sich immer mehr als kriminalistischer Gewinn. Und Leander Lost erfährt im Laufe der Ermittlungen zum ersten Mal in seinem Leben, was es heißt, Teil eines Teams zu sein. Zumal Soraia, die hübsche und lebenskluge Schwester von Sub-Inspektorin Rosado, ein ausgeprägtes Interesse an ihm entwickelt ...

Cover: CITIES: Brennpunkte der Menschheit

CITIES: Brennpunkte der Menschheit

Bildband von M. Eisl, G. Mansberger, P. Matzanetz, P. Schreilechner
Preis: 49.95 €
ISBN: 978-3-902834-25-6

Mit dem Aufstieg der Zivilisationen ist seit Jahrtausenden auch der Aufstieg der Stadt als Modell des Zusammenlebens verbunden. Mehr als die Hälfte der Menschen lebt mittlerweile in Städten, und mit dem Wachstum der Erdbevölkerung nimmt auch der Urbanisierungsgrad ungebrochen zu.

Der Bildband „CITIES – Brennpunkte der Menschheit“ zeigt die faszinierende Vielfalt der Städte in ihren weltweit so unterschiedlichen Ausprägungen. Dabei überrascht die Auswahl spektakulärer Satellitenbilder immer wieder mit unerwarteten Perspektiven: Städte in extremen Lagen, Geisterstädte, die für Millionen Menschen geplant wurden, faszinierende Grundrisse und Beispiele spektakulärer Architektur wechseln einander ab. Systematisch geplante Strukturen und chaotisch gewachsene Muster zeigen sich im Licht der Farbtöne aller Erdteile. Die Dynamik von Aufstieg und Fall wird in diesen Aufnahmen ebenso sichtbar wie die aktuelle, immer raschere Entwicklung von Megacities von kaum fassbaren Ausmaßen.

Der „außerirdische“ Blick von Satelliten ermöglicht aber auch den Vergleich von Städten als Ausdruck der jeweiligen gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse. Die Widersprüchlichkeit moderner Städte und die Organisation der Gesellschaften, die sie bewohnen, kommen besonders gut zum Ausdruck zum Beispiel in den über hunderte Quadratkilometer ausgedehnten Agglomerationen, informellen Siedlungen, Townships als Erbe der Apartheid, Plattenbauten, Megawohnsilos, aber auch in den schein-urbanen, künstlichen Umgebungen der arabischen Welt. Im Spannungsfeld zwischen Planstadt und ungezügelter Entwicklung wird der Bogen von antiken Städten hin zu aktuellen Stadtprojekten gespannt, die einen Ausblick auf die Zukunft dieses bisherigen Erfolgsmodells geben.

„CITIES – Brennpunkte der Menschheit“ rückt mit den Städten einen entscheidenden Faktor für die Entwicklung unserer Welt in den Blickpunkt. Die Satellitenaufnahmen werden von fachkundigen Beschreibungen und einführenden Texten zu Themen rund um die Stadt ergänzt. Damit fügt sich der Bildband nahtlos in die Reihe „Human Footprint“, mit der sich eoVision die Dokumentation menschlichen Wirkens durch seine Spuren im Satellitenbild zum Ziel gesetzt hat.

Cover: Hochzeit? Hochzeit!

Hochzeit? Hochzeit!

Erzählungen - herausgegeben und mit einem Vorwort von Nicole Seifert
Preis: 22,00 €
ISBN: 978-3-942374-87-3

Erzählungen von Heiratsanträgen, Fluchtversuchen und der großen Liebe.

Vom Wagnis, sich zu binden, erzählen zehn kluge, pointierte Texte großer Autorinnen aus zweihundert Jahren, von Heiratsanträgen und Hochzeiten, von Verlobungszeit und Flitterwochen. Gemeinsame Nenner sind Hoffnung und Zweifel. Wird es gut gehen? Will ich wirklich? Bin ich bereit, vom alten Leben Abschied zu nehmen? Ein Grat zwischen Angst und Zuversicht, der sich oft als äußerst schmal erweist. Immer wieder sind es die Freundinnen und Schwestern, die zurate gezogen werden und Einfluss auf die Entscheidung nehmen. Die Erzählungen spannen einen Bogen durch die Literaturgeschichte und vermitteln ein Bild davon, wie sich die Lebensumstände und Möglichkeiten der Frauen verändern: Auf die Versorgerehe folgt die Liebesheirat – die Zweifel aber bestehen fort, wenn auch in neuer Form. Das Ende bleibt hier und da offen, aber nicht nur die letzte Erzählung schließt mit dem klassischsten aller Happy Endings: dem Ja­-Wort und der vergewisserten Liebe.

Cover: Tomoko Ohmura, Beeil dich kleines Faultier!

Tomoko Ohmura, Beeil dich kleines Faultier!

Bilderbuch - Übersetzt von Ursula Gräfe
Preis: 12,95 €
ISBN: 978-3-89565-327-8

Dieses Bilderbuch lebt vom Oben und vom Unten, vom Hinunter und vom Hinauf, aber auch vom Mitfreuen und vom Mitfühlen.

Der Tag ist heiß, sehr heiß... Das Faultier hoch oben auf seinem Baum begibt sich auf den Weg nach unten zum Baden. Doch bei Faultieren geht alles sehr gemächlich zu. Und so zieht sich der Abstieg hin. Plötzlich jedoch kommt Tempo in die Sache: Als es sich zu sehr nach ein paar Früchten streckt, verliert das Faultier das Gleichgewicht und landet – platsch! – im Wasser.
Die Planscherei mit all den anderen Tieren macht einen Riesenspaß. Zu schnell wird es Abend und das Faultier will wieder zurück auf seinen Baum. Und wer kommt ihm da unverhofft zu Hilfe? Der Elefant!

Tomoko Ohmura beweist mit dieser Geschichte wieder große Nähe zu Kindern und kindlichem Humor. Ohne Zweifel ist ihr mit diesem Buch erneut ein großer Wurf gelungen.

Cover: Jonathan Safran Foer, Hier bin ich

Jonathan Safran Foer, Hier bin ich

Roman - aus dem amerikanischen Englisch von Henning Ahrens
Preis: 26,00 €
ISBN: 978-3-462-04877-3

Wie können wir all die Rollen, die wir zu spielen haben, glaubhaft unter einen Hut bekommen? Wie gleichzeitig Sohn, Vater und Ehemann sein? Oder Mutter, Ehefrau und Geliebte? Erwachsener und Kind? Oder gar Amerikaner und Jude? Wie können wir wir selbst sein, wenn unser Leben doch so eng mit allen anderen verbunden ist? Diese Fragen stehen im Zentrum von Jonathan Safran Foers erstem Roman seit elf Jahren.

»Hier bin ich« erzählt von vier turbulenten Wochen im Leben einer Familie in tiefer Krise. Julia und Jacob haben sich auseinandergelebt, doch wie könnten sie sich trennen, ohne dass ihre drei Söhne darunter leiden oder gar sie selbst? Immer wieder diskutieren sie alle Szenarien durch, kümmern sich aufopferungsvoll um den inkontinenten Hund und die bevorstehende Bar Mitzwa des ältesten Sohns. Gerade als die israelische Verwandtschaft zur Familienfeier in Washington, D.C. eintrifft, ereignet sich ein katastrophales Erdbeben im Nahen Osten, das die Invasion Israels zur Folge hat. Die Fragen »Was ist Heimat? Was bedeutet Zuhause?« stellen sich noch einmal ganz neu, auch für Jacob.

Cover: Judith Merchant, Die Lügen jener Nacht

Judith Merchant, Die Lügen jener Nacht

Kriminalroman
Preis: 14,99 €
ISBN: 978-3-426-51627-0

Als sie zur Hochzeit ihrer Studienfreundin geladen wird, ist Mimi zunächst skeptisch – hat sie doch den Kontakt lange sträflich vernachlässigt. Doch unerwartet herzlich wird sie im alten Bonner Freundinnenkreis aufgenommen, und spätestens nach der Junggesellinnenparty im nächtlichen Römerbad ist es, als sei sie nie fortgewesen. Am Hochzeitsmorgen aber bringt ein entsetzlicher Todesfall alles ins Wanken. Misstrauen kriecht in die eingeschworene Gruppe, und langsam beschleicht Mimi ein furchtbarer Verdacht: Hat man sie nur zur Hochzeit eingeladen, um ihr einen Mord in die Schuhe zu schieben?

Cover: Margaret Atwood, Die Geschichte von Zeb

Margaret Atwood, Die Geschichte von Zeb

Roman - aus dem Englischen von Monika Schmalz
Preis: 22,99 €
ISBN: 978-3-8270-1172-5

Die wasserlose Flut, eine Pandemie ungeheuren Ausmaßes, ist über die Erde hinweggegangen und hat die Menschheit ausgelöscht. Bis auf einige wenige Überlebende, die im Lehmhaus eines verwahrlosten Parks zusammenfinden und den Gefahren einer entvölkerten, anarchischen Welt trotzen. Unter ihnen Toby, die ehemalige Gottesgärtnerin, und Zeb, ein großherziger Draufgänger, der zum Anführer der kleinen Truppe wird. Während der Flut hat Toby, in einem Spa verschanzt, auf ihn gewartet; beharrlich an seine Rückkehr geglaubt; nun treffen sie, am Ende der Welt, wieder zusammen.

Ein Endzeitszenario, so gewaltig und bedingungslos, wie es nur Margaret Atwood entwerfen kann. Eine Welt, die außer Kontrolle geraten ist, die sich selbst bezwungen und auf null zurückgesetzt hat. Wie in »Das Jahr der Flut« stellt Atwood einmal mehr ihr waches politisches Gespür unter Beweis, ihre Hellhörigkeit für gefährliche Entwicklungen und Strömungen. Möge die Welt auch zugrunde gehen, von Margaret Atwood lassen wir uns bereitwillig an den Abgrund führen. Kein Untergang, dem diese Autorin nicht mit Humor und erzählerischer Verve beikommen würde.

Cover: Andrew Motion, Silver - Rückkehr zur Schatzinsel

Andrew Motion, Silver - Rückkehr zur Schatzinsel

Roman - aus dem Englischen von Klaus Modick
Preis: 22,00 €
ISBN: 978-3-86648-188-6

Juli 1802: Am Nordufer der Themse, unweit von London, liegt das Hispaniola, ein Wirtshaus, das von Jim Hawkins und seinem Sohn geführt wird. Jim junior unternimmt oft einsame Streifzüge durch die nebelverhangene Marschlandschaft; ansonsten muss er nach der Pfeife seines Vaters tanzen und im Schankraum der Kneipe den immergleichen Geschichten lauschen: von Abenteuern auf hoher See, von Mord, Rache, vergrabenen Schätzen - und von einem Mann mit einem Holzbein.

Eines Spätabends taucht ein Mädchen bei Jim auf, Natty, mit einer Botschaft ihres Vaters - Long John Silver. Der alters-, aber keineswegs willensschwache Pirat hat einen Plan: Jim und Natty sollen gemeinsam zur Schatzinsel aufbrechen und den Silberschatz bergen, der vor vielen Jahren dort zurückgelassen werden musste. Wenig später stechen Jim und Natty in See, genau wie einst ihre Väter. Während der Reise wachsen nicht nur ihre Gefühle füreinander, sondern auch die Ahnung, dass das eigentliche Abenteuer noch vor ihnen liegt. Und sie haben recht: Als die Nightingale ihr Ziel erreicht, weicht die Aufregung um den versteckten Schatz ungeahntem Schrecken. Denn die Schatzinsel ist nicht mehr so menschenleer, wie sie einmal war . . .

Cover: Walter Schmidt, Morgenstund ist ungesund

Walter Schmidt, Morgenstund ist ungesund

Unsere Sprichwörter auf dem Prüfstand

Preis: 8,99 €
ISBN: 978-3-499-62966-2

Kennen Indianer wirklich keinen Schmerz?

Durch Schaden wird man klug, stille Wasser sind tief, und Gelegenheit macht Diebe: Wir alle sind mit solchen Sprichwörtern groß geworden. Sie sollen trösten, warnen, ewige Wahrheiten verkünden. Und es sind längst nicht nur Eltern und Erzieher, die sie gern im Munde führen. Aber stimmen all diese Sprüche überhaupt? Walter Schmidt prüft anhand von wissenschaftlichen Erkenntnissen und ethischen Überlegungen, welche Lebensweisheiten heute noch sinnvoll sind. Ein ebenso lehrreiches wie unterhaltsames Buch, voller überraschender Einsichten!

Cover: Walter Schmidt, Dicker Hals und kalte Füße

Walter Schmidt, Dicker Hals und kalte Füße

Was Redensarten über Körper und Seele verraten
Eine heitere Einführung in die Psychosomatik

Preis: 19,99 €
ISBN: 978-3-579-06745-2

Er hat nicht Medizin studiert, plappert munter drauf los, haut manchmal daneben, liegt aber erstaunlich oft richtig: der Volksmund. Tag für Tag wagt er Urteile, die Ärzte erst nach gründlicher Untersuchung fällen würden.

Klar ist: Wird die Seele missachtet, leidet der Körper. Darüber legt die Alltagssprache seit vielen hundert Jahren beredtes Zeugnis ab: Wenn uns etwas unter die Haut oder an die Nieren geht, die Sprache verschlägt oder uns das Herz in die Hose rutscht – hinter solchen Metaphern verbergen sich erstaunlich oft physiologische Vorgänge.

Wo der Volksmund Recht hat und wo er irrt, das ergründet Walter Schmidt in seinem unterhaltsamen Buch am Beispiel zahlreicher Redensarten. Dass die Wahrheit meist irgendwo dazwischen liegt, macht es umso spannender, sich ihr zu nähern. Und werden Redensarten über Körper und Seele mal ganz wörtlich genommen, kommt etwas völlig Unerwartetes zum Vorschein.

Cover: Ernst Lohoff / Norbert Trenkle, Die große Entwertung

Ernst Lohoff / Norbert Trenkle, Die große Entwertung

Warum Spekulation und Staatsverschuldung nicht die Ursache der Krise sind

Preis: 18,00 €
ISBN: 978-3-89771-495-3   

Im globalen Finanzmarktcrash entladen sich die Widersprüche der kapitalistischen Gesellschaft. Der akute Krisenschub nimmt zwar von den Finanzmärkten seinen Ausgang, die Ursachen liegen aber tiefer.
Was Marx anhand der Krisen des 19. Jahrhunderts nachgewiesen hat, gilt erst recht für das Weltwirtschaftsbeben unserer Tage. Nichts ist analytisch so naiv und ideologisch so gemeingefährlich wie die Dolchstoßlegende, eine gesunde Realwirtschaft sei der grenzenlosen Habgier einer Handvoll Banker und Spekulanten zum Opfer gefallen. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Das historisch beispiellose Abheben des Finanzüberbaus in den letzten 35 Jahren war selber schon das Ergebnis und zugleich die provisorische Überwindung einer fundamentalen Krise der kapitalistischen Gesellschaft. Eine Produktionsweise, die auf der Vernutzung lebendiger Arbeitskraft beruht, muss angesichts des ungeheuren Produktivkraftschubs der mikroelektronischen Revolution an ihre strukturellen Grenzen stoßen.

Ernst Lohoff und Norbert Trenkle zeichnen die Geschichte und das Ende des finanzkapitalistischen Krisenaufschubs nach und zeigen, warum die Weltgesellschaft für die armselige kapitalistische Produktionsweise längst zu reich ist und warum sie auseinanderbrechen und in Elend, Gewalt und Irrationalismus versinken muss, wenn sie dies nicht überwindet.

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